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Angst
Lösungswege zu einer alltäglichen
Fragestellung Angst ist allgegenwärtig. Die meisten Vorkehrungen der modernen Zivilisation dienen dazu, Angst zu vermeiden und scheinbar auszumerzen: Ablenkung, "Unterhaltung", Versicherungen aller Art, Medienberieselung usw. sind die Gegenmittel. Und doch nützt alles das nichts, denn Angst läßt
sich so zwar verdrängen, aber nicht loswerden. Denn Angst ist nicht das, was sie scheint. Angst ist nicht so negativ
und schlecht, wie sie gemeinhin eingeschätzt wird. Dieses Wollen und Können, dieses virulente, akute Gefühl von Energie nennt der Verstand "Angst", weil er absolut kein Interesse an Neuem hat. Man bleibt also an diesem Trick des Verstandes hängen. Eines aber ist ganz sicher wahr: Was wir sind, ist nicht diese Interpretation des Verstandes, sondern wir sind genau dieses Handeln -Wollen - da ist sogar eine gewisse innere Lust und Freude an der Aktion, einen neuen Schritt zu wagen. Das alles läßt sich recht einfach verifizieren. Man muß nur erst einmal dahinterkommen, daß wir einer Art Gehirnwäsche erlegen sind, deren Ursache in der allgemeinen Verdrängung begründet ist. Wir müssen hier selbst den Schritt wagen zu einer Neubewertung und zu eigenen Beobachtungen, eigenen Nachforschungen und neuen Erfahrungen, die wir nicht mehr nach dem alten Muster erklären und bewerten. "Angst zu haben" ist nicht negativ, nicht peinlich oder beschämend, sondern darin liegt bereits ein gewisses Verdienst. Wer Angst hat, ist gerade dabei, sich zu öffnen. Wer Angst hat, der steht gerade vor einem neuen Schritt, vor einer neuen Gelegenheit. Wir brauchen nur dieses Gefühl aufkommen zu lassen und uns damit vertraut zu machen. Es ist eine Art Energie-Management: Man spürt: Aha, jetzt kommt diese Energie, jetzt habe ich da etwas zur Verfügung. Was nicht nötig ist (bzw. kontraproduktiv wirkt), das ist die Schlußfolgerung, jetzt etwas "tun zu müssen" oder "sich überwinden zu müssen". Energie ist Energie und man "muß" nicht, sondern "kann" - wenn man will. Aber warum sollte man nicht wollen? Der Witz ist, daß wir da, wo wir spüren, daß die Energie virulent wird, auch bereits einen Wegweiser haben nach der "Heiß-&-Kalt"-Methode - wo es "heiß" ist, da liegt ein Schatz verborgen. Wir fangen erst an, wirklich zu leben, wenn wir nach dieser Willensenergie gehen - d.h. es ist diese Energie, die UNS LEBT (nicht umgekehrt). Es ist wirklich sehr simpel. Man fängt mit dieser neuen Sichtweise an, verifiziert sie und benützt sie immer wieder, und damit programmiert man die alte Denkweise mehr und mehr um. Und wird mehr und mehr zu dem, was man ist: Wille und nicht Denken.
Der Verstand neigt dazu, alles zu gezwungen, zu verkrampft, zu hektisch,
zu bemüht zu machen. Da ist immer ein Druck, eine Hektik - ja,
manchmal sogar ein gewisser Fanatismus - wenn wir Dinge tun wollen. II : Das automatische Bewerten stoppen. Automatisches Bewerten ist eine der Gewohnheiten, die am meisten Schaden anrichten. Wenn wir etwas beobachten, folgt normalerweise das Bewerten unmittelbar auf dem Fuße: Das ist gut, das ist schlecht, das richtig, das falsch, das schön, das häßlich, das unnütz, das nützlich usw. Es verlangt sehr viel Kraft und Selbstdisziplin, diesen Vorgang zu
unterbinden und erst einmal weiter zu beobachten, ohne sich bereits
ein fertiges Urteil gemacht zu haben. Wenn wir das aber leisten, so
zeigt sich oft nach einer Weile, dass die Sache, die wir wahrgenommen
haben, noch ganz andere Aspekte aufweist, als wir es zuerst annahmen.
Durch vorschnelle Annahmen verhinderten wir die tiefere Einsicht. III : Die meisten Probleme erzeugen wir selbst. Probleme werden größer, wenn wir sie mit Aufmerksamkeit
füttern - etwa indem wir das Problem immer wieder durchdenken,
darüber reden und es zu einem Hauptaugenmerk machen. Viele Probleme
sind nur auf den ersten Blick schlecht, unangenehm, ärgerlich
- danach zeigt sich, dass sie uns zum Lernen zwangen, dass sie Qualitäten
von uns abnötigten, die wir noch nicht fertig ausgebildet hatten. |